„Prolegómenos al libro Carne“ (2016) — Das Zweite Buch von Kitty Sanders

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Vor einiger Zeit schlug mein Verleger mir vor, uns zu treffen, um – am Wein nippend – die Veröffentlichung des Buches „Carne“ zu besprechen. Sie verschiebt sich ständig, denn ich füge immer etwas an, weswegen der riesige komplizierte Text zur Herausforderung für den Korrektor wird.

Die Lage gut eingeschätzt, entschieden wir uns dafür, ein zusätzliches Buch zu erstellen, das den kulturell-philosophischen Kern von „Carne“ erläutern, den Sinn und Zweck meiner Forschung erklären und als philosophische Einleitung zum eigentlichen Buch dienen würde. Mit dem Vorschlag einverstanden, fing ich an, es zu schreiben. Ich musste mich sehr beeilen, doch mir gelang ein regelrecht komplizierter Text – eine Mischung aus publizistischem Schreiben, einem libertären Essay, einem sozialphilosophischen Traktat und einem Pamphlet gegen Etatismus, „sozialen Staat“ und „Verstaatlichung“ der Frauen. Das Buch trägt den Namen „Prolegómenos al libro Carne“.

Es handelt sich um die gleichen Themen wie in „Carne“ — Prostitution, Sexindustrie, Migration, Vor- und Nachteile und mögliche Lösungen der Probleme, die mit dem Bereich verbunden sind. Grundlegend waren für mich dabei einige Thesen, die mit folgenden Ideen in Verbindung stehen: das Recht des Individuums auf sich selbst, das Ritual des Potlatch, Privatisierung und Enteignung des Individuums, indem man zum „öffentlichen“ (also „staatlichen“) Eigentum gemacht wird. Darüber hinaus setzte ich mich mit einigen Ideologemen auseinander, die formell mit „Antikapitalismus“, aber in der Tat mit Verstaatlichung des Menschen und Vernichtung der Individualität verbunden sind.
Zitat aus dem neuen Buch:

„Es ist offensichtlich, dass eine Opfergabe, bei der etwas verschenkt oder vernichtet wird, nur dann möglich ist, wenn das Verschenkte oder das Vernichtete kein Privateigentum ist. Das Eigentum muss entweder vom Anfang an gemeinsam sein oder enteignet (verstaatlicht) werden, damit seine Vernichtung keine Empörung in der Gesellschaft und keinen Widerstand des Besitzers verursacht. Außerdem besteht eine Möglichkeit, „Überschüsse“ zu vernichten, nur dann, wenn eine zuständige, reglementierende Behörde existiert, die darüber entscheiden würde, ob das Eigentum überflüssig sei und ob es enteignet und aufgeopfert werden müsse. Oder im Falle, wenn das Eigentum niemandem gehört, was dessen Vernichtung „gerecht“ mache.

Darüber hinaus sind die Vernichtung und die Umverteilung der Überschüsse in ihrem Kern sehr ähnlich. Sie sind zwei Seiten einer Medaille: „Der Überschuss“ wird in beiden Fällen als etwas „Abnormales“, „Unverdientes“ betrachtet. Die Umverteilung (oder die Vernichtung) lässt diesen Überschuss verschwinden, der allein durch seine Existenz die regierende Bürokratie in Verlegenheit bringt. Der Überschuss erschreckt sie, denn er kann zu ihrer Entmachtung oder mindestens zum Bedeutungsverlust jener Bürokratie beitragen. Wenn viele Überschüsse produziert würden, dann kämen Menschen bald auf die Idee, sie zu verkaufen, was die Macht des Staates, dessen Funktion in (nicht nur) archaischen Gesellschaften hauptsächlich in religiöser Ritualistik, Kriegsführung und Umverteilung der Güter besteht, stark einschränken würde.

Folglich ist es dem Überschuss einen antisozialen, schockierenden Status zu verleihen. Man muss ihn sakralisieren und tabuisieren. Er muss aus den normalen sozialen und marktwirtschaftlichen Verhältnissen ausgeschlossen werden, damit er ausschließlich im Zuständigkeitsbereich der regierenden Bürokratie bleibt. In der Tat diente die Enteignung des Überschusses (Praktiken wie Poltatch) schon immer dazu, Menschen daran zu hindern, sich selbst durch Marktverhältnisse zu organisieren. Bemerkenswert ist, dass diese archaischen Praktiken von den linken politischen Bewegungen der 19. — 21. Jahrhunderte vollständig übernommen wurden. Sie wurden komplizierter, die Staaten wurden größer und totalitärer und ihre Rhetorik wurde nicht mehr religiös sondern sozial, doch Enteignung und Umverteilung „der Überschüsse“, aufgezwungene „Verdorbenheit des Reichtums“ oder sogar „Verdorbenheit des Eigentums“ — all das sind die Reste der archaischen, einschränkenden, etatistischen, antimarktwirtschaftlichen und diskriminierenden Praktiken, die jahrhundertelang dem Fortschritt im Weg standen. Die von Menschen produzierten Ressourcen enteignend und umverteilend, erfüllt der Staat dieselbe Funktion wie Häuptlinge und Priester, die Poltatch durchführten. Er nimmt den „verdorbenen“ Überschuss weg und normalisiert bzw. legitimiert ihn, wobei der Großteil des Enteigneten in den Taschen von den Bürokraten bleibt, die ständig für Nationalisierung und höhere Steuern werben. Im Großen und Ganzen handelt der Staat hier wie ein Parasit, dem sakrale Unantastbarkeit verliehen wurde.

Enteignungen durchziehend begeht der Staat ein doppeltes Verbrechen. Einerseits beraubt er seine Bürger und verstärkt die Korruption, den Wohlstand der Bürokratie dabei steigernd. Die gesamte soziale Rhetorik der Anhänger „des starken Staates“ ist im Grunde genommen nichts Weiteres als Propaganda. Faschismus, Kommunismus, Maoismus und „modernere“ Versionen wie Venezuela (nach der Bollivarischen Revolution), Argentinien (unter Kirchner) oder Nikaragua (unter Sandinisten) zeigen lediglich ungeheuerliche Plünderung der Bürger durch die Staatsorgane unter dem Vorwand „des sozialen Staates“, der die Armen im noch schlimmeren Elend versinken lässt. Andererseits zerstört der Staat die Institut des Privateigentums und den freien Markt, wobei er einer Gesellschaft Entwicklungschancen raubt – denn eine stabile Institut des Privateigentums bildet die Grundlage jeder fortgeschrittenen Gesellschaft. Menschen, die in derartiger Unsicherheit bezüglich ihres Eigentums leben, verlieren jede Motivation zur Bildung, Entwicklung, Konkurrenz und Verbesserung eigener Lebensqualität. Solche Staaten versinken in Depression oder Chaos wie Argentinien unter Kirchner oder Venezuela unter Maduro. Die Stimmung in der Gesellschaft wird kriminell und destruktiv, Hass und Neid werden zu primären Motivationen, denn wenn man sich auf konventionelle Art und Weise keine Güter verschaffen könne, dann müsse man sie entweder stehlen oder gar vernichten.“

Sowohl in „Prolegómenos“ als auch in „Carne“ begründe ich, das Einbeziehung vieler Frauen in die Sexindustrie aus den alten staatlichen Praktiken resultiert, Menschen als Staatseigentum zu betrachten (und sie darin zu verwandeln). Zahlreiche Fälle des zwangsläufigen Ausschlusses von Frauen aus dem Arbeitsmarkt oder sogar aus der Bildung berücksichtigend, berichte ich von der Verstaatlichung eines erheblichen Anteils der weiblichen Bevölkerung, den der Staat für Reproduktion benötigt, und erkläre, warum die Sexindustrie ein Bestandteil jenes Verstaatlichungsmechanismus ist. Genau deswegen versucht der Staat immer wieder, dieses Bereich zu kriminalisieren. Denn wenn der Staat etwas kriminalisiert oder verbietet, dann strebt er höchstwahrscheinlich nach einem Monopol in dieser Branche, um davon zu profitieren. So existiert in Russland einen breiten Schwarzmarkt für Waffen, Sex und Drogen, von dem eine millionenstarke Armee unterschiedlichster Beamten profitiert. Vergleichsweise profitiert der Nachrichtendienst in den USA vom Drogenschmuggel. Aus dem genannten Grund gestaltet der Staat das bildungskulturelle Paradigma so, dass die Frauen in der Sexindustrie als etwas Abscheuliches und Sündhaftes wahrgenommen werden. Damit man die Hände von seiner Profitquelle lässt.

Falls der Staat die Sexindustrie legalisiert, ist es ebenfalls kein Grund sich zu freuen. Am Beispiel europäischer Länder zeige ich in meinem Buch, dass die Legalisierung eher mit ethno-ideologischen Änderung in der Politik im Zusammenhang steht. Die Rolle der rechtlosen Opfer übernehmen Frauen und Mädchen aus den neuen Migrantengenerationen, die sich massenhaft prostituieren lassen, doch es als Mitglieder ethno-religiöser Gemeinschaften verheimlichen, um Schande oder sogar Ehrenmord zu vermeiden. Genau diese Frauen übernehmen „den Platz“ im unteren Teil der Pyramide (60-70% der Sexindustrie, wo die meisten Abscheulichkeiten stattfinden, wie Missachtung von Verträgen, Drogen usw.) Mit diesem Phänomen befasse ich mich in einem der längsten Kapitel.

Solche Situation ist nicht nur für Europa typisch, wo die Migrantinnen hauptsächlich der muslimischen Glaubensgemeinde angehören, sondern auf für die Ländern Lateinamerikas. Beispielsweise sind viele Haitianerinnen in der Dominikanischen Republik, Brasilien und Argentinien als Prostituierte tätig, doch sie würden sich unter keinen Umständen registrieren lassen, weil ihre eigene Gemeinde sie dann verstoßen würde. Nichtsdestotrotz arbeiten diese Frauen weiter und verdienen so den Lebensunterhalt für ihre Familien und Partner, die ihrerseits für die Stabilität, Geschlossenheit und Ghettoisierung der Gemeinde sorgen, was für die Staatsbürokratie sehr praktisch ist. Der Bürokratie gefiel schon immer der Konzept eines Ghetto, also eines kompakten Zusammenleben einer aus dem Arbeitsmarkt ausgeschlossenen Minderheit, die sich selbst verwaltet und die hauptsächlich mit harter, schlecht bezahlter Arbeit oder der Kriminalität beschäftigt, was das Schattenbudget des Staates füllt. Auf diese Weise schafft der Leviathan-Staat eine Abmachung mit einer ghettoisierten Gemeinde und das Blut, das solchen Pakt besiegelt, gehört meistens der Frauen jener Gemeinde.

In dem Buch beschäftige ich mich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen der Sexindustrie, illegaler Migration und dem Staat. Anhand vieler historischer Beispiele erzähle ich davon, wie die Kriminalisierung der Sexindustrie und die Manipulierung der Staatsgrenzen diese Industrie in die Einnahmequelle des Staates (und dort beschäftigte Frauen ins verstaatlichte Eigentum der Bürokratie) verwandeln. Im Buch werden die Methoden entlarvt, die zur Verstaatlichung der Frauen in der Sexindustrie verwendet werden: wie z. B. direkte Kriminalisierung, verschiedene Arten sozialer und wirtschaftlicher Isolation. Darüber hinaus setze ich mich mit den Gründen auseinander, aus denen ein Staat solche Schritte unternimmt. Ich schreibe auch viel über negative Auswirkungen der linken Praktiken und erkläre, wie formell „befreiende“ Rhetorik, die von Zuhältern beliebt ist, und Politik (wie z. B. in Brasilien) die wirkliche Lage verschlechtern. Jedoch verstärkt die Taktik des Verbots ebenfalls den Staat, vergrößert ihn und bringt noch mehr Menschen unter seine Kontrolle. Aus der Sicht eines expansiven Staates, der nach der Kontrolle über das private Leben seiner Bürger strebt, ist es vollkommen unwichtig, wer kriminalisiert ist – die Prostituierte, der Klient oder sie beiden. In jedem von den Fällen entstehen sowohl profitable Korruption als auch die Vorwand, Aufmerksamkeit der Bürger von anderen Problemen abzulenken. Gleichzeitig verstärkt der Staat seine Kontrolle über die Gesellschaft. Dabei scheint – beim ersten unerfahrenen Blick – eine positive Entwicklung stattzufinden, wenn gedemütigte Frauen etwas Aufmerksamkeit und Hilfe seitens des Staates bekommen. Doch am Ende führt solche Hilfe zu nichts und bei den gedemütigten Frauen ändern sich die Hautfarbe und der Akzent. Das heißt, Neuankömmlinge aus Afrika, Osteuropa und dem Nahen Osten nehmen den Platz in der unteren Schicht der Prostitution. Sie werden alles stillschweigend erdulden, ohne den Staat von eigener Existenz zu benachrichtigen.

Für den Staat ist es ein doppelter Profit. Einerseits profitiert er weiter von den „unteren 70%“ der Sexindustrie, die in den Untergrund gedrängt werden. Andererseits besteuert er die „oberen 30%“, die sich nie wirklich verstecken und wo die Frauen in relativ guten Verhältnissen leben, viel stärker als zuvor. Dadurch werden die „sicheren Zonen“ innerhalb der Sexindustrie ausgelöscht, dank deren Frauen (wie z. B. eine Bekannte von mir, Mutter von vier Kindern) es sich leisten können, anständige Lebensqualität zu haben und die Bildung ihrer Kinder zu bezahlen, während die dreckigsten, korrumpierten Bereiche jener Industrie noch schrecklicher und gnadenloser werden. Ein gravierendes Beispiel war die Abschaffung der Sexindustrie nach der Revolution auf Kuba oder in Venezuela nach Marcos Pérez Jiménez. Teure und schicke Nachtclubs zerstörte man unter der Vorwand der Würde und des „revolutionären Bewusstseins“. Aber auf Kuba schickte man die Prostituierten in die Lager zusammen mit „feindlichem Element“, wofür sich Fidel Castro 2010 offiziell entschuldigte. In Venezuela wurden die Frauen „human“ ihrem Schicksal überlassen. Einige Jahre später waren sie entweder tot oder in einem miserablen Zustand, denn sie wurden gezwungen, auf der Straße zu arbeiten. (Sogar Modells und Tänzerinnen, die ihren Lebensunterhalt nicht mit Sex verdienten.) Die Tatsache berücksichtigend, dass der allgemeine Wohlstand nach der Entmachtung von Jiménez stark zurückgegangen war, mussten die Frauen die Anzahl der Klienten vergrößern. Als Folgen – Syphilis, Elend, Slums. Vielen Dank, Genossen Sozialisten, dass ihr die einfache venezolanische Frau befreit habt.

Außerdem befasse ich mich in dem Buch mit der Idee der „Gewerkschaften der Sexarbeiterinnen“. Selbstverständlich habe ich für die Idee nichts außer scharfer Kritik. Denn das Schlimmste, was man einem Arbeiter antun kann, ist ihm eine Gewerkschaft auf den Hals zu laden. Das ist erstens. Zweitens befinden sich Schmuggler und Zuhälter seltsamerweise oft an der Spitze jener Gewerkschaften.

Darüber nachdenkend, was eigentlich zu tun wäre, komme ich zu einer bedauerlichen Schlussfolgerung: Zu unseren Lebzeiten wird das Problem wohl nicht gelöst. Weder Kriminalisierung noch Legalisierung bringen das gewünschte Resultat. Die Sexindustrie ist zu eng mit korrumpierten Staatsinstitutionen verbunden. Weiter zitiere ich aus dem letzten Kapitel des Buches:

„Wie könnte man dieses Übel besiegen? Ich glaube nicht, dass es überhaupt möglich ist, es vollständig zu beseitigen. Jedoch könnte man es minimalisieren, wenn man die Institut des Privateigentums stärken und den Staat unter Kontrolle von Bürgern, Markt und nicht staatlichen Organisationen, die sich bereits einen guten Ruf verdienten, bringen würde. Außerdem bräuchte man Verhältnisse, in denen eigenes Geschäft (individuell oder von der ganzen Familie) profitabler als Prostitution wäre. Ich persönlich würde die Rollenverstärkung alter gesellschaftlicher Institutionen bevorzugen, die zurzeit sehr viel unternehmen, um Frauen zu retten. Beispielsweise helfen die katholischen und die protestantischen Hilfswerke den Prostituierten, Geflüchteten und illegalen Migrantinnen, was ich auch persönlich mehrmals beobachten konnte.“

Letztendlich kam ich zum gleichen Fazit wie viele andere Forscherinnen, denen das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Persönlichkeiten der Frauen wichtiger waren als irgendwelche ideologischen Brandmarken. Der aktuelle Zustand der Sexindustrie ist zweifelsohne destruktiv und gefährlich für viele Frauen, die dort arbeiten, und zwar unabhängig davon, ob sie es freiwillig tun. Trotzdem bleibt mir die Idee der Kriminalisierung oder des Verbots fern, denn solchen Maßnahmen folgen noch schlimmere Konsequenzen. Kriminalisierung isoliert die Sexindustrie und verwandelt sie in eine korrumpierte, versklavende Einnahmequelle für Bürokratie, wie es bereits oft genug in Asien, Afrika und karibischen Ländern geschah. Legalisierung bietet ebenfalls keinen echten Ausweg.

In modernen Verhältnissen bräuchte man Entkriminalisierung und Verringerung der korrumpierten staatlichen Kontrolle, die sowohl seitens krimineller Zuhälter als auch seitens legaler gewerkschaftlicher Strukturen stattfindet. „Pornographierung“ der Kultur sollte stoppen, wofür der Wiederaufbau bestimmter konservativer gesellschaftlicher Traditionen erforderlich wäre, die Privateigentum und die Beteiligung der Frauen an normalen beruflich-wirtschaftlichen Beschäftigungen fördern würden. Das heißt, er wären praktisch der Ausschluss des Staates aus einer Reihe wichtiger Sphären und die Verstärkung der rechtskonservativen Ideen in der Gesellschaft erforderlich, was heutzutage leider kaum realisierbar aussieht. Weitere Zitat aus dem Buch:

„Entkriminalisierung der Prostitution und der ganzen Sexindustrie ist von großer Bedeutung. Dieser Meinung sind viele Forscherinnen, deren Weltanschauungen nicht im Geringsten übereinstimmen. Beispielsweise vertrete ich konservative, kapitalistische Ansichten und bin gegen die Kriminalisierung. Zur gleichen Schlussfolgerung kam Andrea Dworkin, linksradikale Feministin, die schrieb: „…für uns Frauen wäre Entkriminalisierung der Prostitution die beste Lösung. Ihr illegaler Status lässt die meist benachteiligten von uns vollkommen schutzlos vor der schrecklichsten Art von Gewalt und Ausbeutung seitens Zuhälter, Pornoproduzenten, Käufer und Verkäufer der lebendigen Ware. Doch genauso wichtig ist es für uns Frauen, dass die Prostitution nie legalisiert wird. In anderen Worten muss es weder Prostitution verbietende noch Prostitution regulierende Gesetze geben.“ Eine teilweise ähnliche Meinung äußerte Doktor M. Pokrowskaya, deren Weltanschauung konservativ und christlich war und die die Prostitution scharf verurteilte. Sie lebte in Russland vor der Revolution und hielt 1899 einen Vortrag, in dem sie behauptete: „Abschaffung der Reglementierung ist zu begrüßen, denn dadurch (…) wird eine Prostituierte als Mensch anerkannt.“

Insgesamt sind es im Buch 186 Seiten, es beinhaltet Bilder (u. a. auch aus meinem persönlichen Archiv). Die Größe des Buches ist 21.5 х15 cm. Erhältlich ist es im Internet.

Kitty Sanders, 2016

Übersetzung: Julia Shenson, 2017

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